1. Krav Maga Trainerkurs 2026
Samstag, 31. Januar 2026 startete die Krav Maga Self Protect Association mit dem 1. KMS Trainerkurs für die Centerleiter/innen, Assistenz-Instruktoren/innen sowie interessierte Instruktoren/innen der KMS Standorte ins neue Jahr. Zu diesem ersten Zusammentreffen erschienen knapp 50 Interessierte aus rund 25 KMS Standorten der Schweiz. Zum Jahresstart stand das komplexe Thema „Combatives“ auf dem Programm, wo technisches, taktisches und situatives Verständnis für kämpferische Auseinandersetzungen theoretisch erläutert und während der dreistündigen Weiterbildung praktisch umgesetzt wurde.

Bei den „Combatives“ handelt es sich vorwiegend um alle Schläge und Tritte, aber auch Kniestösse aus dem Krav-Boxing sowie allen natürlichen am Mensch zur Verfügung stehenden Waffen (Fingerstiche, Greiftechniken etc). Die Übersetzung des Wortes „combative“ bedeutet „kämpferisch“ was andeutet, dass wir uns der Thematik des realen Zweikampfes in der Selbstverteidigung widmeten und damit automatisch auch den verschiedenen Distanzen (Distanzzonen) sowie Richtungen.
Im Zentrum dieses ersten Trainerkurses standen vor allem die verschiedenen Distanzen wie: grosse, mittlere, nahe und nahe-greif-Distanz sowie die verschiedenen Richtungen, wo mit gleichzeitigem Verschieben, Ausweichen oder Meiden verschiedene Übungen/Anwendungen für die Abwehr von Angriffen aus dem Basic-Bereich vorgestellt wurden. Vor allem auf das Verschieben (rückwärts und vorwärts) des Körper aus der Linie (Zentrum) sowie das gleichzeitige Ausweichen zur Seite (z.B. Deadside oder Lifeside) zeigte auf, wie wichtig das Verständnis für die verschiedenen Distanzen und dem damit verbundenen Timing bei einem realen Zweikampf ohne feste Regeln, sein kann oder sein sollte.
In einem weiteren Schritt wurde vor allem auf das aktive Blocken hingewiesen, indem man mit einer Blocktechnik aktiv den Angriff des Aggressors kontert oder wenn möglich das gleichzeitige Blocken und Schlagen, fliessend miteinander verbindet. Auch wurde erneut auf das Beherrschen der Beinarbeit sowie das Bewegungsgefühl aus dem Rumpf, als wichtige Voraussetzung hingewiesen, um nach dem Prinzip des Weitermachens (Retzev) oder nicht Nachgebens auf einen Angriff, die verschiedenen Möglichkeiten der Gegenwehr (Trapping-Techniken, Takedowns, Würfe oder z.b. ein Hebel etc.) auszuschöpfen.
Das Thema „Combatives“ zeigte den Teilnehmenden auf, dass die auch kognitiven Prozesse, wie Wahrnehmung, Aufmerksamkeit oder aber auch das Antizipieren eines Angriffes in der Selbstverteidigung - vor allem im kämpferischen (combativen) Bereich - nicht vernachlässigt werden darf und trainiert werden sollte. Das Training der Wahrnehmungsprozesse beim Combatives-Training (Fighting-Flow), ist zentral und deshalb sollte in den Lektionen ebenso ein Augenmerk auf das Erkennen einer Gefahr (Aufnehmen) und Verarbeiten, resp. die Umsetzung der Verteidigungsmassnahmen gelegt werden.

Im 2. Trainerkurs anfangs Mai, wird das Thema „Combatives“ sicherlich mit den Distanzen im Nah- und Greif-Bereich aber vor allem auch Boden-Distanz und Situationen fortgesetzt. Auch das technisch-taktische Können und Verhalten sowie die Zeitlinie in Verbindung mit bewaffneten Angriffen werden ein wichtiger Kursinhalt sein.
An dieser Stelle herzlichen Dank an alle interessierten Centerleiter/innen und Instruktor/innen die an dieser ersten Aus- und Weiterbildung 2026 teilgenommen haben.
Chefinstruktor KMS Schweiz
Giuseppe Puglisi
