1. KMS Trainerkurs im Jubiläumsjahr 2020 (20 Jahre)

Samstag, 25. Januar 2020 startete die Krav Maga Self Protect Association seit ihrem 20-jährigen Bestehen mit dem 1. KMS Trainerkurs ins Jubiläumsjahr 2020! Zum Auftakt erschienen über 60 Interessierte (Centerleiter/innen, Assistenz-Instruktoren/innen sowie interessierte Instruktoren/innen)aus rund 35 KMS Standorten der Schweiz im Headquarter in Liestal. 

Wie angekündigt war das Thema zu diesem 1. KMS Trainerkurs im Jubiläumsjahr aus dem Bereich Security and Protect, also Sicherheitstraining und Selbstverteidigung für die Zielgruppe - Security und Behörden. Die Thematik zum Auftakt dieses 20-jährigen wurde einerseits gewählt, da vor rund 20 Jahren das ganze Training mit Krav Maga rund um die SV-Ausbildung bei der Polizei genauso begonnen hatte und andererseits von Seiten der Instruktoren aus den KMS Standorten eine Nachfrage besteht.

Das konzipierte Ausbildungssystem - Security and Protect - ist ein von ehemaligen Polizei- und Nahkampfspezialisten entwickeltes Trainingssystem für Sicherheitsmitarbeiter/innen, Behörden (Law Enforcecment) wie Polizei oder Justizvollzugsbeamte/innen und diversen anderen Berufsgattungen (Sozialpädagogische Betreuer/innen, Pflege- und Rettungspersonal, Staatspersonal im öffentlichen Dienst und privaten Dienstleistungsunternehmen) die im Berufsalltag immer wieder mit aggressiven, gewalttätigen Kunden, Insassen, Patienten oder Mitmenschen konfrontiert werden und dadurch einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind.

Eigenschutz als Grundprinzip und die Verknüpfung von Krav Maga Self Protect (Basic) waren am Samstagvormittag der Einstieg in dieses komplexe Trainingssystem für Sicherheit und Selbstverteidigung. Vor allem der Unterschied im Trainingsdetail (zum Zivilen) sowie die rechtlichen Aspekte zwischen der Zielgruppe für Zivilisten und der für Sicherheitsdienstleistende waren wichtige Punkte, die aufzeigten, dass ein Training für Sicherheit und Behörden nicht mit einem Programm für Zivile verglichen werden kann. Im technischen Bereich kristallisierte sich jedoch aber klar heraus, dass zum Beispiel sämtliche Blocktechniken (360 Grad), Befreiungen verschiedener Art (Hand/Unterarme, Kleidergriffe, Würgegriffe, Unterarmhalsgriffe etc.) oder Krav-Boxing Techniken praktisch in gleicher Form ausgeführt werden, mit dem kleinen Unterschied in der Distanz (nah) und dem Festhalten des Angreifers.

In einem weiteren Schritt wurden die technischen Elemente und Verknüpfungen aus den Basic-Leveln für die im Sicherheitsbereich typischen Zugriff-, Überwältigung- und Festhalte- (oder Festnahme) Techniken erläutert und intensiv trainiert. So kamen Armstreckhebel, Schulterhebel, Handkipphebel, Handgelenk-Drehhebel für diverse Zugriffsmöglichkeiten zur Anwendung, in Verbindung mit Takedown-Techniken die die zu ergreifende Persone zu Fall brachten. In diesem Zusammenhang kamen Fixierungstechniken am Boden mit diversen Hebel- und Transporttechniken zum Einsatz sowie Varianten von Hebeltechniken für die Drehung der festgehaltenen Person von Rücken- in die Bauchlage oder umgekehrt.

Ein weiteres Thema das hervorgehoben wurde, war der persönliche Waffenschutz - zum Beispiel bei der Dienstwaffe und den Möglichkeiten in Zusammenhang mit dem Entreissen oder versuchten Entreissen mit nachgesetzten Angriffen. Auch hier wurden die rechtlichen Aspekte erläutert und die Gefährlichkeit die bei diesem Thema aufkommt anhand von diversen Beispielen aufgezeigt.

Nebst diesen klassischen Themen im Sicherheitssektor war ein letztes Thema der Umgang mit Polizeiwaffen wie der PR24 (bekannt als Tonfa) oder dem MEB (Teleskopstock). Auch hier zeigte sich klar, dass Blocktechniken (360 Grad) aus dem Krav Maga und die mit einem PR24 oder MEB keinen grossen technischen Unterschied aufweisen, einzig die Wirkung beim Auftreffen sicherlich spürbar anders ist. Was hingegen klar daraus hervorging, dass ohne Training ein Hilfsmittel dieser Art (wie PR24 oder MEB) in Notsituationen nicht wirklich ein Hilfsmittel ist - wenn nicht damit geübt wird, sondern eher zum Hindernis werden kann.

Ziel dieser ersten Trainer Aus- und Weiterbildung im Jubiläumsjahr waren wie bereits eingangs erwähnt, den Instruktoren/innen das Trainingssystem - Security and Protect -in gewissen Themenbereich einmal (technisch und taktisch) näher zu bringen sowie die Wirksamkeit der teils einfachen Anwendungen vorzustellen. Gleichzeitig konnte mit dem Einblick ins Programm für Sicherheit und Behörden die Einfachheit für Selbstschutz aufgezeigt werden, wie identisch die Parallelen im technischen Bereich sind und sich das Krav Maga für zivile Personen oder eben für Berufspersonen in Blaulichtorganisationen oder Sicherheit nur minim durch taktische Elemente unterscheidet.

Vor allem dem Aspekt der Aufmerksamkeit und Wahrnehmung wird beim Training dieser Zielgruppe sehr viel wert gelegt, da die meisten Konfliktsituationen durch unachtsames Verhalten (z.B. nicht einhalten der korrekten Distanz) oder einen unsicheren Auftritt (mangelnde Kommunikation) leichtfertig eskalieren und zur Gefahr aller Beteiligter werden. Die Krav Maga Self Protect Association organisiert deshalb im Jubiläumsjahr für Interessierte den 1. KMS Law Enforcement Instruktor-Lehrgang (Basic) für Eigenschutz und Selbstverteidigung dieser speziellen Zielgruppe.

Herzlichen Dank den Centerleiter/innen, Assistenz-Instruktoren/innen  und den Instruktoren/innen für Eure Teilnahme und das Interesse an der Aus- und Weiterbildung in Krav Maga Self Portect zum Jahresstart!

Chefinstruktor KMS Schweiz
Giuseppe Puglisi