Archiv vom November 2018

Krav Maga Instruktoren Lehrgang 2018: Zweites Modul Advanced für Anwärter im Headquarter in Liestal

Mit Verteidigung gegen Messerangriffe startete die Ausbildung im 2. Modul, im Rahmen des dreitägigen Ausbildungsblockes für die Anwärter am Freitag, 26. Oktober 2018. Giuseppe Puglisi, Bruno Trachsel, Nenad Stojkovic und Olivier Summermatter vom Ausbildungsteam der KMS Switzerland führten und instruierten die anwesenden Teilnehmer durch das komplexe Thema.

Eingangs wurde nochmals rückblickend auf die verschiedenen Abwehrmöglichkeiten aus der mittleren Distanz aus dem Level Basic 3 repetiert und dabei auf die Gefährlichkeit der damit verbundenen Problematik der Distanzen hingewiesen. Auch wurde nochmals die Wichtigkeit der Ausweich- und Meidbewegungen und der damit zusammenhängenden Wahrnehmung mit diversen Übungen aufgezeigt und hervorgehoben.

In einem nächsten Schritt ging es technisch und taktisch zu den Abwehrmöglichkeiten in der Nahdistanz, wobei klar differenziert werden musste, zwischen unvorbereiteten und vorbereiteten Angriffen sowie der damit verbundenen Reaktionszeit, resp. „realen Abwehrmöglichkeit“.

Mit Faustschlägen und Fusstritten kombiniert für den Nahkampf ging es am Nachmittag weiter. Die Schwierigkeit einzelne Grundtechniken miteinander zu verbinden und diese einmal mehr aus verschiedenen Distanzen ins Ziel zu bringen, war nebst dem ganzheitlichen Arbeiten (Rumpf und Extremitäten) eine weitere Herausforderung für die Anwärter im Advanced-Bereich.

Samstag, 27.10.2018 wurde den Instruktoren-Anwärter/innen unter der Leitung von Jürg Staubli, Bruno Trachsel und Olivier Summermatter die Advanced-Themen Abwehr gegen Stockangriffe, weitere Kombinationen aus dem Krav-Boxing, Takedowns / Übergang Stand-Boden und spezielle Abwehr-Block-Trapping Methoden vermittelt.

Der Sonntagvormittag, 30.10. war dem Thema „Sicherheit im Training“ gewidmet.

Wie in den 14. Instruktoren-Lehrgängen von 2004 - 2017 wurde dieses Thema einmal mehr auch in diesem Jahr wie gewohnt von Adrian Waibel, (meproa GmbH) vermittelt, der selber etliche Jahre Kampfsport und auch Krav Maga trainierte. Für die Krav Maga Self Protect Association Switzerland ist wichtig, dass die angehenden Instruktoren/innen nicht nur das kompetente Vermitteln von Techniken und den persönlichen Eigenschutz als Aufgabe von Trainings leiten sehen, sondern auch der Schutz und die Sicherheit der teilnehmenden Personen im Fokus eines Trainings sein sollte. Das heisst, ein/e Instruktor/in trägt auch Verantwortung gegenüber den Teilnehmer/innen wenn sie/er unterrichtet und dazu gehört auch die Erhaltung der Gesundheit. Wir legen deshalb hohen Wert darauf, dass alle die bei uns unterrichten, auch die nötigen Grundkenntnisse im Bereich „Leben retten“ kennen und anwenden können.

Während rund drei Stunden vermittelte Adrian Waibel seine medizinischen Grundkenntnisse und begeisterte einmal mehr mit seinem enormen Fachwissen. Für seinen langjährigen Einsatz danken wir ihm einmal mehr recht herzlich.

Bedrohung mit Schusswaffen und Verteidigung in der Bodenlage gegen Messer waren dann der Abschluss des 3-tägigen Instruktoren-Lehrgangs, wo die Teilnehmer/innen nochmals körperlich und mental gefordert wurden sowie die Gefährlichkeit, die von einer Schusswaffe oder einem Messer ausgehen, verdeutlicht werden konnten.

Herzlichen Dank an alle Teilnehmer/in und bis bald im 2019 in Liestal!!!

Giuseppe Puglisi
Chefinstruktor KMS Schweiz

5. KMS Advanced-Instruktoren Lehrgang in Liestal

Freitag, 21. September 2018, startete (seit 2009-2018) die fünfte Auflage der Krav Maga Self Protect - Advanced Ausbildung für fortgeschrittene Instruktoren oder Leiter/innen von KMS Centern (die das Anforderungsprofil erfüllen). Die Aus- und Weiterbildung setzt sich aus 8 Modulen (à 1 ½ Tagen/9 Std.) mit verschiedenen Themenbereich zusammen und dauert 24 Monate.

Am ersten Modul des Lehrganges 2018-2020 nahmen 13 Instruktoren teil, die am Freitagabend mit zwei Theorielektionen (zur Kompetenz der Methodik allgemein und der Handlungskompetenzen im Speziellen) in die Ausbildung starteten. Das erste Modul zielte darauf hin, einerseits die Grundlagen der Instruktion im methodischen, wie aber andererseits im praktischen (technischen) Sinn anhand des 3-Stufen-Modells (Einsteiger, Fortgeschrittene und Könner) und den Koordinativen Fähigkeiten zu erörtern und für alle Instruktoren besser verständlich zu machen.

Samstagvormittag (22.09.) stand die Umsetzung der Theorie in die Praxis auf dem Programm.

Unter der Leitung von Chefinstruktor, Giuseppe Puglisi und Nenad Stojkovic einem seiner stellvertretenden KMS Chefinstruktoren wurden Gruppen à je zwei Personen zusammengestellt, welche individuell eine Basic-Lektion von 20 Minuten vorbereiteten. Die Themen wurden vorgegeben und mussten anhand des methodischen Konzepts (Einsteiger, Fortgeschrittene oder Könner) bezeichnet werden. Ein weiterer Punkt der beachtet werden musste, war einen Leistungsbereich klar hervorzuheben. Das Ziel dieser Gruppenarbeit war für die Teilnehmer/in, mit einfachen Basic-Techniken zu variieren oder kreative, mit taktischen Elementen verbundene Trainingssequenzen für Einsteiger, Fortgeschrittene oder Könner abwechslungsreich zu gestalten. Zum Schluss jeder Lektion, gab es eine gemeinsame Reflexion und Feedbackrunde.

Variationen im Bereich Basic-Techniken standen am Nachmittag auf dem Programm. Dabei ergab sich gleich auch die Gelegenheit das soeben neu erschienene KMS Buch Basic Level 1-3 einzusetzen und gleichzeitig aufzuzeigen, wie man das Hilfsmittel zum Aspekt - Variationen sinnvoll einsetzen kann.

Die vermittelten Themen und Trainingsübungen aus Grundschritten, Körperverschiebungen, Krav-Boxing, Abwehrtechniken, Befreiungen und Selbstverteidigung am Nachmittag, dienten dazu die Verknüpfung mit dem 3-Stufen Modell (Einsteiger, Fortgeschrittene oder Könner) aufzuzeigen sowie Variationen, Drillübungen, taktisch-mentale Übungen daraus zu kreieren. Weiter ging es auch darum, die methodischen Möglichkeiten mit einfachen Basic-Techniken auf Einsteiger-, Fortgeschrittenen- und Könner-Stufe einzusetzen und den Teilnehmern/in die Vielfalt von Übungen zu zweit, zu dritt und mit vier Personen erleben zu lassen.

Rund ein Monat später, am 26./27. Oktober 2018 fand im Rahmen der Aus- und Weiterbildung zum Advanced-Instruktor das zweite Ausbildungsmodul statt. Auch hier diente als Einstieg basierend auf dem ersten Modul, das 3-Stufen-Modell und dem Verständnis der Knotenpunkte in Zusammenhang mit dem Korrekturverhalten. Anhand von Unterlagen und Gruppenarbeiten im Team, wurde zuerst die Wichtigkeit der Knotenpunkte (Gelenke) und deren Verbindung zum Zentrum (Rumpf) sowie Körperteilen aufgezeigt und mit praktischen Beispielen erläutert.

In einem nächsten Schritt ging es um die Anwendung in den einzelnen Lernstufen (1-3) und dem Verstehen der Verbindungen zu den Körperteilen sowie der Kraftübertragung bei einer Bewegung (Technik). Unter dem Aspekt der Trainingssteuerung einerseits, aber auch der Selbstverteidigung andererseits, konnte die Wichtigkeit einer ganzheitlichen Bewegung aufgezeigt werden, wo die Verknüpfung der menschlichen Struktur und ihren Gelenken in Zusammenhang mit der Ausführung einer korrekten und effizienten Technik erforderlich ist. Dabei kristallisierte sich heraus, wie hilfreich dieses Wissen auch für das Korrekturgespräch sein kann und mit einfachen Anweisungen bei Lernenden Erfolgserlebnisse geweckt werden können.

Analog dem ersten Modul erarbeiteten die angehenden Advanced-Instruktoren am Samstagvormittag eine Lektion aus dem Advanced-Level, welche im Anschluss gegenseitig reflektiert und mit konstruktiven Inputs befruchtet wurde.

Der Nachmittag wurde unter dem Aspekt des methodischen Konzepts (quantitative und qualitative Dimension) im Bereich Basic 3 & Advanced Level 4 & 5 wieder durch Giuseppe Puglisi und Nenad Stojkovic gestaltet. Dabei waren vor allem Messerangriffe und Bedrohungen mit Messer sowie Schusswaffen der Hauptteil dieser Ausbildung. Im Bereich der Messerabwehr ging es vor allem um die Distanzen und möglichen Richtungen eines Angriffs, wo mit diversen Übungen - wiederum mit Variationen - aufgezeigt werden konnte, wie wichtig die Einfachheit aber auch Wiederholungen von einzelnen einfachen Abwehr- und Ausweichbewegungen sein kann.

Die Abwehr von Bedrohungen mit Schusswaffen wurde in beiden Kategorien - statische und dynamische Bedrohungen - eingeteilt. Hier zeigte sich relativ schnell bei allen Beteiligten, wie wichtig die Unterscheidung dieser Angriffsmethoden für eine effiziente Verteidigung ist. Vor allem auch von wo kommt die Bedrohung beim Angreifer - Life-Side oder Dead-Side - und was bietet sie mir für Verteidigungsmöglichkeiten. Auch zeigte sich, dass ein Instruktor auf diesem Level nicht darum herumkommt, sich mit Faustfeuerwaffen zu befassen, resp. sich im Umgang mit ihnen auszukennen sowie mit deren einhergehenden Sicherheitsbestimmungen.

Schaffen von Voraussetzungen, Kreativität und das Verstehen der drei Lehr- und Lernstufen in Zusammenhang mit den Basic- und Advanced-Levels war das Ziel dieser ersten beiden Module im Rahmen dieser Ausbildung zum Advanced-Instruktor.

Ein herzlicher Dank geht an die Instruktoren, für Ihre kreativen Inputs und dem engagierten Gestalten der beiden Samstagvormittage in den beiden ersten Modulen. Die Module drei und vier finden im Frühjahr 2019 statt und Beleuchten die Themen - Women Protect/Selbstverteidigung für Frauen sowie Bodenkampf.

Giuseppe Puglisi
Chefinstruktor KMS Schweiz