Archiv vom März 2016

Festnahme - Spezial-Lehrgang

Zugriff-, Überwältigung- und Fixierungstechniken

Samstag, 19. März 2016, startete die KMS Switzerland mit dem ersten Modul zum Spezial-Lehrgang für Interessierte aus Behörden, Sicherheitsunternehmen und privat interessierten Sicherheitsfachleuten zum Thema Festnahme. Der Lehrgang war mit 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus allen Regionen der Deutsch- und teilweise der Westschweiz ausgebucht.

Als Einstieg wurden in einem ersten Schritt (Theorie) die Grundlagen und der persönliche Eigenschutz sowie die Risiken bei einer Festnahme oder einem Festhalten einer Person erläutert. Dabei stand vor allem das Thema „Lagebedingter Erstickungstod“ im Vordergrund und dem Wissen darum, dass angewendete Zwangsmassnahmen wie Zugriff-, Überwältigung-, aber auch Fixierungstechniken immer auch mit einem gewissen Risiko bei Festnahmen oder Festhalten verbunden sind.

In der Praxis ging es dann als erstes um die Grundhaltung und Bereitschaft der eigenen Person und deren Eigenschutz sowie dem Arbeiten zu zweit. Dies in Zusammenhang mit Deeskalation und den Themen Distanz, Kommunikation und Auftreten im Team. Auf diese Grundprinzipien aufgebaut, ging es dann ans Erlernen der korrekten Griffe (Hand-, Ellenbogen- und Schulterhebel) sowie dem kontrollierten Begleiten (alleine oder zu zweit) einer Person.

Verschieden gezeigte Beispiele (Techniken) einer freiwilligen oder unfreiwilligen Begleitung und deren Taktik war das eine und die Zugriffe (aus statischen Situationen), Überwältigungen oder Fixierungen (Stehend oder am Boden) das andere Thema am Vormittag.

Dynamische Festnahmen aus einer Situation mit Gegenwehr oder Angriffen prägten den Nachmittag sowie auch Szenarien von Stand zu Boden und dem anschliessenden Fixieren des Festzunehmenden oder Angreifers. Der erste Teil hat allen Teilnehmenden aufgezeigt, das Festnahmetechniken (Zugriff, Überwältigung und Fixierung) auch in Zusammenhang mit dem persönlichen Eigenschutz nicht dem Zufall überlassen werden sollten und je besser man sie beherrscht, man eine kritische Situation auch unter Kontrolle hat und Verletzungen vermieden werden können. Vor allem, wenn es dann in einem weiteren Schritt darum geht, das Gelernte mit Transport- und Fesselungstechniken miteinander zu vernetzen.

Giuseppe Puglisi
KMS Switzerland

Verteidigung gegen Messerangriffe mit dem Top-Spezialisten Frans Stroeven aus Holland

Am Samstag, 06. März 2016, lud die Krav Maga Self Protect Association Switzerland zum Messer-Lehrgang mit Frans Stroeven aus den Niederlanden ein. Der Lehrgang war mit 60 teilnehmenden Instruktoren/innen ausgebucht und fand in der Turnhalle Bifang in Lausen statt.

Frans Stroeven war bereits am Freitagabend aus Amsterdam angereist, wo zusammen mit seinem Vertreter aus der Schweiz, Lavinel Oltean (aus Luzern) das Programm für den Lehrgangstag mit dem Chefinstruktor, Giuseppe Puglisi, zusammengestellt wurde. Aufgrund der langjährigen Erfahrung von Frans Stroeven, ging es darum den Krav Maga Instruktorinnen und Instruktoren aufzuzeigen, was für eine Gefährlichkeit von Messerangriffen ausgeht und wie man sich gegen solche überhaupt verteidigen kann.

Der Einstieg am Samstagvormittag erfolgte mit Basic-Angriffen aus dem „filipino martial arts“, wo es darum ging, zu verstehen, wie diese Angriffe überhaupt ausgeführt werden und was für eine Strategie hinter einem Angriff steckt. Frans Stroeven zeigte den Teilnehmenden anhand von einfachen Übungen auf, wie man solche Angriffe mit leeren Händen, aber auch mit einem Messer bewaffnet abwehren kann. Interessant war dabei für die Instruktoren/innen zu erkennen, dass wenn ich diese Angriffe trainiere, auch besser verstehe, wie ich solche Angriffe im Umkehrsinn abwehren kann.

Beeindruckend, war vor allem mit was für einer Geschwindigkeit der 56-jährige Kampfkünstler sich bei Angriffen bewegte und seinen Gegenüber (mit leeren Händen oder bewaffnet) entwaffnete. Frans Storeven gab auch immer wieder Erklärungen, weshalb bei der „filipino martial arts“ leere Hände gegen Messer oder Messer gegen Messer sowie auch Stock gegen Messer trainiert wird. Die ersten beiden Stunden am Samstagvormittag gingen wie im Flug vorbei und alle freuten sich bereits auf den Nachmittag, wo es dann um das Thema Messerkampf ging, also Messer gegen Messer.

Der Nachmittag gestaltete sich etwas anspruchsvoller, da nun von allen Teilnehmenden erhöhte Konzentration und Koordination gefordert wurde. Einmal mehr kam die Präzision von Frans Stroeven zum Ausdruck, wenn er mit den verschiedenen Trainingsmessern komplexe Abläufe mit seinem Trainingspartner Lavinel Oltean vorzeigte und alle in Staunen versetzte.

Spätestens jetzt wurde allen klar, dass es gegen solch einen Spezialisten im Umgang mit einem Messer den wichtigsten Grundsatz gegen Messerangriffe einzuhalten gilt und zwar: rennen, rennen, rennen und nochmals rennen….

Auch er selbst meinte, wegrennen ist gegen ein Messer die beste Art sich zu Verteidigung oder wechsle die Strassenseite und wenn diese beiden Grundregeln nicht möglich sind, dann kämpfe bis zum Schluss. Zum Schluss dieses interessanten und intensiven Lehrganges, zeigte Frans Stroeven auch noch die Trainingsmethodik der „Flows“, wo mehrere Abwehr und Angriffe miteinander verbunden wurden und der eine oder andere an seine Grenzen kam, was „Aufnehmen, Verarbeiten und Umsetzen“ anbelangte.

Als Chef von der Krav Maga Self Protect Association Switzerland möchte ich mich an dieser Stelle bei allen teilnehmenden Instruktoren/innen recht herzlich bedanken und denke, dass alle sicherlich einiges von diesem Lehrgang mitnehmen konnten. Vor allem danken möchte ich aber dem Gastinstruktor aus Holland, der mit seiner humorvollen Art, die ernsthafte Thematik interessant vermittelte und immer wieder fundierte Erklärungen dazu lieferte. Ein Dank geht dabei auch an Lavinel Oltean, der als Trainingspartner von Frans einiges einstecken musste und Nenad Stojkovic, die diesen Lehrgang überhaupt möglich gemacht haben.

Aus meiner Warte gibt es sicherlich ein weiteres Zusammentreffen mit Frans Stroeven, wo dann nicht nur die Instruktorinnen und Instruktoren, sondern auch Basic und Advanced Interessierte vom grossen Wissensschatz des Frans Stroeven - profitieren können.

Chefinstruktor KMS Schweiz
Giuseppe Puglisi

Basic-Schiesslehrgang für Einsteiger/innen

Am Sonntag, 31. Januar 2016 fand in Wallbach (AG) zum Jahresbeginn eine weitere Schiessausbildung zum Thema Verteidigungsschiessen für Einsteigerinnen und Einsteiger statt.

Der 2-tägige Lehrgang, organisiert von der Self Protect Academy fand wie üblich in der Schiessanlage der Firma Schild AG statt und und war mit den 10 Teilnehmer/innen einmal mehr vorzeitig ausgebucht. Der erste Kurstag begann mit einer theoretischen Einführung, über die Sicherheitsbestimmungen und den Umgang mit einer Faustfeuerwaffe.

Der Einstieg in die Praxis war das Erlernen der Bereitschaftsposition und Manipulationen mit einer Faustfeuerwaffe(Pistole Typ Glock oder Heckler & Koch). Der erste Schritt war das Einnehmen der Grundstellung und das Ziehen der Waffe in fünf Schritten und das anschliessende zusammenhängen, damit es einen fliessenden Ablauf ergab.

Laden / PSK und Entladen

Nachdem die Grundstellung und der Ziehvorgang klar waren, ging es darum die Waffe korrekt zu Laden, die persönliche Sicherheitskontrolle durchzuführen und das Entladen der Waffe zu lernen. Dazu wurden Manipulier-Patronen verwendet und Trockenübungen (Riegeln, Riegeln, Riegeln ……) in Form von Drillübungen durchgeführt. Korrektes Zielen, Abziehen des Abzuges (Druckpunkt) und weitere Ausführungen / Erklärungen zu den vier Sicherheitsbestimmungen in Zusammenhang mit dem praktischen Verteidigungsschiessen, rundeten die praktischen Vorübungen vor der ersten Schussabgabe ab und gab den einzelnen Teilnehmerinnen und Teilnehmer die nötige Selbstsicherheit für das Angewöhnungsschiessen vor der Mittagspause.

Einzelschüsse, Dubletten und Präzision

Als Einstieg in den Nachmittag war nochmals Manipulieren angesagt sowie das Erlernen des taktischen und raschen Magazinwechsels und das Beheben von Störungen (Zünd- und Wegfuhrstörung) während des Schiessvorganges. Das Schiessen von Dubletten und dem Control/Scanning nach der Schussabgabe, zeigte auf, wie wichtig und welchen Einfluss die korrekte Grundposition und Armhaltung auf den ganzen Ablauf hatte. Dabei war das „Triggern“ eine Schlüsselbewegung beim Betätigen des Abzuges. Der Abschluss des ersten Basic-Tages bildete das Präzisionsschiessen in Zusammenhang mit dem Thema „Misserfolgsdrill“.

Am Sonntag, 28. Februar 2016 trafen sich die Teilnehmer/innen in Wallbach (AG) zum zweitej Teil in der Schiessausbildung im Bereich Verteidigungsschiessen. Das Festigen der Manipulationen und das Dubletten-Schiessen waren der Einstieg in diesen zweiten Kurstag. Dabei wurde einmal mehr auf korrekte Handhabung der Manipulationen, also das sogenannte „Trockentraining“ wert gelegt. Am Nachmittag war dann noch das Schiessen ab 15 Meter im Vorwärtsgehen und „knieend hoch“ an der Reihe sowie der Abschlusstest.

Auch dieses Mal waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer leicht nervös, was es jedoch für das Bestehen eines guten Tests braucht und sich später auch mit den erzielten Resultaten bestätigte. Alle bestanden den Test mit Bravur und 2/3 der Kursteilnehmer/innen erreichten gar ein Top-Resultat, was es bis jetzt in einem Basic-Lehrgang erst einmal gegeben hatte. Diese Resultate wiederspiegelten jedoch eigentlich nichts ungewöhnliches, da alle Absolventen/innen während dieses Lehrganges hoch konzentriert und die guten Resultate nur die Folge ihrer eigenen Disziplin war.

Giuseppe Puglisi
Self Protect Academy